Radtour durch Kroatien. Ein Resümee.

So. Die Koffer sind aufgeben. Das Fahrrad auch. Zweieinhalb Wochen Kroatien auf dem Fahrrad liegen hinter mir. Plus eine Woche Relaxing in Dubrovnik.

Was hat mir gut gefallen?
- Als Allererstes: die wahnsinnig tolle Landschaft! Die kroatische Adriaküste mit den vielen Inseln, den hohen Bergen direkt an der Küste und den immer wieder neuen Ausblicken auf das blaue Meer und die Buchten sucht ihresgleichen in der Welt.
- ‎Dann die Flusslandschaften der Zrmanja und der Krka: glasklares Wasser im Winnetou-Land. Ein Traum!
- ‎Und natürlich die Plitvicer Seen: ein Paradies auf Erden! Trotz der viele Touristen.
- ‎die Freundlichkeit der Menschen
- ‎das gute Essen

Was hat mir nicht so gefallen?
- Das Wetter hätte ein bisschen besser sein können. Ich hatte für eine .einer Radtouren ungewöhnlich viele Tage mit Regen. Taxifahrer und Hotelbesitzer haben übereinstimmend gesagt, dass das normalerweise im September nicht so ist.
- ‎dass die Kroaten - insbesondere Bus- und LKW-Fahrer - wenig Abstand zu Fahrradfahrern halten
- ‎dass oft auch dann wenig Abstand gehalten wird, wenn eigentlich alles frei ist
- ‎dass trotzdem überholt wird, auch wenn eigentlich kein Platz da ist
- ‎dass es überhaupt sehr wenige Radfahrer und dementsprechend keine Radwege und sonstige Infrastruktur gibt.
- ‎dass die Kroaten immer den Motor laufen lassen, wenn sie mal kurz ins Geschäft oder die Bäckerei gehen.

Radfahren in Kroatien?
Im Großen und Ganzen okay und nicht schlechter als in anderen Ländern.

Ein Großteil Kroatiens ist sehr dünn besiedelt und über die Hälfte meiner Tour bin ich auf einsamen Nebenstraßen gefahren, auf denen ich vielleicht alle halbe Stunde mal ein Auto gesehen habe.

Etwas anders sah es an der Küste aus: Hier ist die Besiedlung und damit der Verkehr sehr viel dichter. Aber das hätte ich mir schlimmer vorgestellt: Mittlerweile gibt es eine Autobahn im Hinterland (dank der EU), die viel Verkehr von der Küstenstraße wegnimmt.Und im September ist auch nicht mehr so viel los wie im Hochsommer. Nur in der Gegend um Dubrovnik fehlt Autobahn und Eisenbahn und es spielt sich hier alles auf der Küstenstraße ab.

Das Nervigste ist, das kroatische Landstraßen nicht besonders breit sind und ein Standstreifen immer fehlt. So blieb es nicht aus, dass LKWs und Busse mir gefährlich nahe kamen, wenn sie überholten.

Gefährliche Situationen? - gab es nicht wirklich. Weder auf der Straße, noch bzgl. Kriminalität oder Ähnliches.

Lediglich einmal bin ich gehörig erschrocken: Auf einer Bergstrecke auf einer Nebenstrecke musste ich mein Fahrrad wegen der Steigung schieben. Die Straße war wie immer nicht besonders breit und es gab keinen Standstreifen. Neben mir kein Platz. Es kamen Autos entgegen.

Plötzlich hörte ich, wie ein Auto hinter mir kräftig bremste: nicht mit quietschenden Reifen, aber doch mit rutschenden Reifen auf dem Split.

Ich mich umgedreht und sah einen schwarzen Audi, der hinter mir zum Stehen gekommen war. Darin ein kroatischer Machotyp, vielleicht 30 Jahre alt.

Ich erstmal stehengeblieben, mich klein gemacht, er trotzdem gewartet, bis die zwei Autos Gegenverkehr vorbei waren, und dann mit allen PS, die der Audi bietet, an mir vorbei.

Ob er nicht aufgepasst hat oder aus Machogehabe einfach mal stark gebremst hat, um zu zeigen, was er hat, entzieht sich meiner Kenntnis.

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